Es war November, es war kalt. Da kam der BlackFriday Business Class Sale von Air China gerade recht!

Für nur 1100 EUR hätte man in so ziemlich jede Asiatische Stadt reisen können – was ab Deutschland und mit Star Alliance schon spektakulär ist. Es wäre fast Taipei geworden. Aber hey, für gerade mal 401 EUR mehr ging es nach Australien. Das war für uns ein No-Brainer! Also passende Daten gefunden – leider nur ab/an Frankfurt, weil es ex MUC keine Verfügbarkeiten gab – auf buchen geklickt und schon freuten wir uns auf Hochsommer im Januar! Gebucht wurde das ganze übrigens in R, was nur in wenigen *A FFPs 125% Meilen bringt. Miles and More akkreditiert nichts.

Online einchecken ging leider nicht – wohl wegen der separaten Prüfung des für Australien notwendigen eVisitors. Hinweise dazu findet ihr hier bei uns.

Daher mussten wir seit langem wieder mal „manuell“ am Airport einchecken. Am Business-Check-In in Frankfurt war 3h vor Abflug nicht viel los, und so waren wir in 3 Minuten durch. Tickets bekamen wir bis SYD, das Gepäck wurde wie gewohnt mit Prio-Tags versehen und nach SYD durchgelabelt. Auch die SiKo ging schnell – das lag wohl auch an der Abflugzeit von 14:30 Uhr, denn dann sind die meisten Amerika-Maschinen schon raus. Zur Auswahl stehen in FRA einige Lounges. Für Statuslose Business Class – Reisende gibt es die Lufthansa Business Lounges. Da wir beide *A Gold sind, wären wir auch in die Senator-Lounges gekommen. Da wir diese aber zur Genüge kennen, gingen wir zu einem harten Konkurrenten: die Air Canada Maple Leaf Lounge. Lag zwar nicht unbedingt in Gate-Nähe, aber die 5 Minuten mehr Fußmarsch (die ich vor einem langen Flug durchaus schätze) lohnen allemal: Speiseauswahl (wir hatten grad den Wechsel von Frühstück auf Mittagsmenü), Ambiente und eine übersichtliche Anzahl an Besuchern, als auch ein schöner Vorfeldblick machen diese Lounge zu unserem Favoriten in FRA. WiFi ist schnell und so verging die Wartezeit ganz entspannt und wie im Flug.

Gespannt begaben wir uns ans Gate, denn das letzte Mal, als ich Business Class mit Air China flog, war schon eine Weile her, und die C war angeled Lie-Flat und nicht besonders bequem. Nein halt Moment, wir hatten zwischendurch auch die C in der A333, die uns als sehr geräumig und mit völlig flachen Betten in guter Erinnerung blieb. Die 773 aber hat das neueste Bord-Produkt, welches wir nun ausgiebig testen konnten.

Der Einstieg und Priority-Boarding funktionierten gut, und die FA brachten uns sogleich an unsere Plätze 12 A und C und nahmen unsere Jacken ab. Auf unseren Plätzen warteten angenehm große Kissen, Slipper (eine tolle Sache wie ich finde, die zum C-Standard aller Airlines werden sollte), das L’Occitane Amenity Kit und die schön gemachten Menü-Karten. Kurz nach dem wir uns hinsetzten, wurden auch schon Champagner (oder Orangensaft) und heiße Tücher (leider nicht parfümiert) gebracht.

Die Sitze selbst erinnern mich stark an die Business Class der KLM. Das ist keine schlechte Grundvoraussetzung, denn dies ist ein Produkt, welches ich sehr schätze. Der Abstand ist völlig ausreichend, und da wir zumeist zu zweit reisen, finde ich die 2-2-2 Anordnung auch nicht schlecht. Der Sitz ist ausreichend breit (nicht so eng wie bei BA zum Beispiel), und vielfältig verstellbar.

Kurz, nach dem wir uns gesetzt hatten, wurden auch schon heiße Tücher gereicht und der Essenswunsch für Dinner und Frühstück aufgenommen. Die Englisch-Sprachkenntnisse waren diesmal – und das durchgehend auf allen vier Flügen – passabel. Erheblich besser als das letzte Mal zumindest. Wir entschieden uns für das chinesische Dinner und das Western Breakfast. Beides eine gute Wahl, wobei man bei CA keine kulinarischen Highlights erwarten sollte (hier sind immer noch Air New Zealand, Turkish, Etihad und Swiss unsere Referenz).

Der Essensservice verlief sehr zügig. Fast wirkten die FA’s gehetzt, was ich als etwas störend empfand. Vorteil: man war schnell fertig und konnte sich dem Lesen, Filme gucken oder Arbeiten widmen. Letzteres wollte wir nicht – war ja schließlich Urlaub – und da das IFE (In Flight Entertainment) zwar einen schön großen 15“ Monitor bot, die Filmauswahl aber sehr beschränkt war und einen Fokus auf Chinesische Filme und Uralte Hollywood-Klassiker hatte, packten wir unsere iPads aus und schauten offline Netflix und Prime. Apropos Offline: WiFi gab es nicht an Bord. Schade, das ist ein Feature, welches wir bei Lufthansa und United Transatlantisch sehr mögen.

Trotz des Abfluges um 14:05 Uhr (es geht eine weitere CA Maschine abends kurz nach 19 Uhr nach PEK) und dank einer sehr kurzen Nacht vor unserer Abreise waren wir etwas Müde und konnten so ein paar kurze Stunden schlafen. Das Bett selbst war bequem, nur für die Füße wurde es bei meinen 1,85m etwas eng. Das Kissen war auch ausreichend groß. Highlight war die Decke: dick, flauschig, warm und schön groß – mein neuer Massstab!

Hier noch ein Tipp zum gut schlafen an Bord: ich ziehe immer einen Schlafanzug an (benutze den von Lufthansa). Das schont nicht nur die Klamotten vor eventuellem Geruch und Knittern, sondern spielt auch psychologisch in die Karten: durch den bewussten Kleidungswechsel bin ich einfach „ready to sleep“.

Zum Frühstück wurden wir mit Moodlight geweckt. Das Omelette war durchaus ok, der Kaffe auch – und so konnten wir erholt den Tag in Peking starten. 10 Stunden Transferzeit hatten wir ja (bewusst gewählt), und da hieß es: 72h-Visa-Free-Entry nutzen und ab in die Stadt!…

FAZIT:

Da hat sich was getan bei Air China! Das Hard Produkt ist in der B777-300ER auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Das Soft Produkt, also der Service und Freundlichkeit der FA’s, ist überraschend solide gewesen. Die Damen und Herren waren freundlich und brachten zwischendurch unaufgefordert Wasser und Snacks. Was bei anderen Carriern absoluter Standard ist, überraschte uns hier positiv. Das Essen war essbar, Alkohol trinken wir wenig an Bord und wird daher nicht bewertet. Sauberkeit und Sicherheitsempfinden waren jederzeit top. Schlafen konnten wir gut. In Summe also: ein im besten Sinne ereignisloser Flug. Zumal wir noch nie so „günstig“ nach Down Under fliegen konnten.