Eine echte Bereicherung im Hotelmarkt Londons!

Anfang September wurde es so langsam wieder mal Zeit, die britische Metropole zu besuchen 🙂

Ein strategisch gut gelegenes Hotel war also Pflicht. Aber was ist strategisch gut in einer Stadt, die doppelt so groß ist wie Berlin?
Letzten Endes ist das eine Frage der persönlichen Präferenz, aber das Kimpton hatte für uns drei unschlagbare Vorteile: es steht direkt am Russel Square – ihr habt also einen kleinen Park vor der Haustür. Es hat quasi „im Haus“ perfekten Underground-Anschluss (ohne Umsteigen in ca 55 Mins von/nach LHR). Und es liegt in einem sehr authentischen, „typischen“ Teil von London, einen Katzensprung vom British Museum.

Als wir vor dem Hotel standen, da kippt einem schon die Kinnlade runter:

Außen ähnelt es einem palastähnlichen Bau, welcher sich über einen ganzen Block erstreckt. Riesig! Beeindruckend. Und schön! Es war und ist ein Wahrzeichen aus dem 19. Jahrhundert, welches ursprünglich vom Titanic-Innenarchitekten ausgestattet wurde. Schon beim eintreten kommt einem ein zweites „Wow“ über die Lippen: Viel bunter Marmor entführt dich in eine andere, längst vergangene und glamouröse Zeit. Du trittst ein, stehst auf dem marmornen Sternkreiszeichen, der im Boden eingelassen ist und wartest eigentlich nur darauf, dass gleich The Great Gatsby die Treppen hinunter steigt 🙂

Wir waren recht früh dran, und unsere Zimmer waren noch nicht frei. Deshalb gingen wir in den herrlichen Palm Court – ein heller, super stylisher Raum zum Essen, Trinken und Abhängen! Man sitzt unter Olivenbäumen und vergisst völlig, dass man mitten in einer Großstadt ist. Ein paar Snacks und Getränke später dann die Überraschung: Kimpton war so nett und spendierte uns in eine 1-Bedroom-Suite! Nice move!

Erst Mal jedoch schauten wir uns einen Superior Room an. Und auch da: Nice! Tolle, helle und harmonisch abgestimmte Farben. Und viel Licht. Geschmackvolle british-moderne Möbel. Dazu auch hier – das finden wir besonders wichtig – eine leise Klimaanlage. Einzig die Größe ist mit ca 22 qm nicht üppig, aber in London auch nicht ungewöhnlich.
Anyway: an den Zimmern gibt es wirklich nichts auszusetzen, es passt einfach. Und auch die Bäder halten da locker mit: neu, spotless sauber und mit schöner, großer Regenwasserdusche.

Alles toll also?

Fast. Die Dämmung der Türen ist gut, aber nicht hervorragend. Die Kofferablage ist zu klein. Kein Turndown-Service, keine Betthupferl. Keine elektrischen Vorhänge. Habe ich schon erwähnt, dass das ein ganz tolles Spielzeug ist?

Nun aber zur 1-Bedroom-Suite! Wenn ihr euch mal wie ein englischer Großgrundbesitzer fühlen wollt, dann ist es genau euer Ding!
Das erste Zimmer, welches man betritt, hatte Clubhaus-Charakter: ein Sofa vor dem Kamin (leider nicht funktionsfähig), Tisch, Sessel, Buchregal, schöne Accessoires und Kunst. Nice!

Standardzimmer vs. Suite

Links daneben das kleine, mit schweren Vorhängen und Himmelbett ausgestattete Schlafzimmer. Das Ballustraden-Balkönchen und Gäste-WC mit goldenen Armaturen würden sogar der Queen gefallen.
Das große Bad hat ganz dem royalen Stil entsprechend eine freistehende Wanne und eine Dusche mit Moodlight und Marmorsitzbank. Die haben wir leider nicht benutzt – aber die Innen-Fensterläden als Sichtschutz schon.

Ein Hotel ist aber mehr als nur Zimmer. Es sind die Menschen, die es besonders machen. Und auch da können wir kaum meckern: Die Mitarbeiter waren sehr aufmerksam, engagiert und höflich. Vielleicht nicht die schnellsten, aber hey, keep calm and have a tea 😉

Wer abends in London keine Bar findet, der kann in der über-stylishen, filmreifen Hotelbar namens „Fitz’s“ abhängen und teure Cocktails, Whisk(e)ys und Drinks trinken. Oder einfach nur Leute gucken. Und auf den Gatsby warten … 😉

Last but not least das Frühstück: im hauseigenen Café kann man es sich gut gehen lassen! Tee, Kaffee und sogar Wodka, das ist ja mal ne Combo 🙂
Leider – und wie in vielen Hotels – war nach ein paar Tagen trotz der Auswahl etwas Eintönigkeit angesagt. Stets das gleiche Obst, Joghurt, Käse, Backwaren. Wir können sehr gut damit leben, aber mehr Abwechslung (wie etwa im Pier One oder Sir Stamford in Sydney) wäre einfach nett gewesen.

Wie lautet also unser Fazit?

Extraordinary! Ein Hotel, an das man sich auch Monate später noch gern erinnert!