Die Fasanerie – Ein Dornröschen-Schloss mitten in München hat seine Pforten wieder eröffnet.

Vielleicht mögt Ihr als Münchner das Traditionsrestaurant Fasanaerie kennen. Oder zumindest das Haus an sich. Inzwischen hat die Fasanerie aber eine neue Pächterin gefunden, die das Haus und die Räumlichkeiten mit liebevoller Detailarbeit und ordentlich Schweiß komplett renoviert hat. Und es heißt jetzt „Die Fasanerie“.

Die Fasanerie ist ein hauch Fernweh im Herzen Münchens!

Restaurant bei Nymphenburg mit mediterraner Küche

Wir waren zum Pressedinner eingeladen und durften neben der Pächterin Martina Meise den Koch, die Räumlichkeiten und natürlich das Essen kennenlernen.

Als Ingolstädter Touristen mußten wir erstmal ergoogeln, wo denn die Fasanerie eigentlich liegt. Denn wir wußten, dass es Nahe zur Nymphenburg sein sollte… Aber wo liegt den eigentlich Nymphenburg? Zu unserer Überraschung liegt sie nicht im Norden Münchens bei Oberschleißheim, sondern im Westen, unweit – eigentlich – des Hauptbahnofs und de Zentrums.

An der Fasanerie angekommen, wir waren eine Stunde zu früh – selten genug, dass sowas bei uns vorkommt 🙂 wollten wir uns noch etwas die Beine vertreten, das Auto stehen lassen und zur Nymphenburg laufen. Aber nach 10 Minuten im Dunkeln hatten wir dann doch keine Lust mehr und fuhren mit dem Auto. Das lag auch daran, dass es zu Fuß weiter war als gedacht – und wir froren, obwohl es in München überraschenderweise milde 10°C hatte (in Ingolstadt waren’s nur 3°C…). Kaum hatten wir das Auto an einer für uns geeigneten Stelle geparkt, sind wir auch erstmal schön in die falsche Richtung gelaufen, um dann festzustellen, dass der Park im November um 18:00Uhr schließt. 😉 Also ging es wieder zurück und wir bestaunten die Nymphenburg von „hinten“. Manchmal muss man die Dinge nehmen, wie sie sind…

Sehenswürdigkeit Nymphenburg in München

Zurück in der Fasanerie wurden wir von Martina Meise schon herzlich mit einem Aperitif empfangen. Die Tafel füllte sich schnell mit der restlichen Presse und Bloggern – eine wunderbare bunte Mischung aus alten Bekannten und neuen Gesichtern. Es fühlte sich eher wie ein Abend mit Freunden an, als ein Pressedinner. Schön!

Die Fasanerie ist dieses Jahr 300 Jahre alt geworden und steht unter Denkmalschutz. In ihren Räumlichkeiten befand sich damals die königliche Fasanerie. Hier wurden Fasane gezüchtet und von hier aus ging man dann auch auf Fasenenjagd. Nach der Jagd wurde in den Räumlichkeiten die Beute verspeist.

300 Jahre später gibt es nun mediterrane Küche mit vorwiegend regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Zusammen mit dem italienischen Koch Sandro und neun weiteren Helfern in der Küche und dem Restaurantleiter rocken sie die Küche. Martina sagt, dass sie volles Vertrauen in Ihren Chefkoch hat. Und so konzipiert er die leckeren und manchmal auch ungewöhnlichen Gerichte ohne „Anweisung von oben“.

Vor dem herrlichen Haus gibt es eine tollen Biergarten mit den typischen Angeboten: Currywurst mit Pommes, aber auch frische Salate wie Caprese oder Parma mit Melone. Der Biergarten der Fasanerie ist ein echter bayrischer Biergarten! Heißt: Es darf sich auch sein Picknickkörbchen mitgebracht werden und man kauft sich nur die Getränke dazu.

Zusätzlich gibt es eine schön renovierten Terrasse, auf der die Gäste Biergartenflair genießen können und à la Carte speisen. Im Haus der Fasanerie finden bis zu 300 Personen Platz. Im Biergarten 1800-2000. Die Fasanerie hat jeweils ein Sommermenue und ein Wintermenue.

Die Fasanerie bietet neben ihren Menues auch eine Tageskarte an. Hier variieren die Gerichte von 8,90 Euro – 11,90 Euro z.B. für eine Pizza oder Nudeln mit Salat. Wenn ihr es exklusiver mögt: es gibt auch Trüffelfilet für 38 Euro. Martina Meise möchte, dass der Gast entscheidet und die Wahl hat, dass zu zahlen, was er sich leisten möchte. Die Atmosphäre in der Fasanerie gibt es da gratis dazu. Sagen wir ;-). Ein tolles Konzept!

Im Moment hat das Restaurant von 12:00-14:30 Uhr offen (unter der Woche) und dann von 17:30-22:00Uhr. Am Wochenende ist durchgehend von 12.00-22.00Uhr geöffnet.

Bruschetta in der Fasanerie

Aber jetzt seid Ihr bestimmt schon ganz gespannt, was wir gesehen und gegessen haben? Los ging es mit Bruschetta. Das Brot wird in der Fasanerie noch selber hergestellt und im Holzofen gebacken. Als weitere Vorspeise gab es italienische Schweinewurst auf Bohnenpaste und (kurz) gegrilltes Thunfischfilet auf Apfel-Rotkohl. Das sind ungewöhnlichen Gerichte bzw. Mischungen, aber sie schmecken fantastisch!

Vorspeise In der Fasanerie

Rumpsteak auf Kürbisgnocchi mit PflaumenDer Hauptgang war ein leckeres Rumpsteak auf selbstgemachten Kürbisgnocchi. Rumpsteak ist ja bekanntermaßen kein High-End-Fleisch – dieses aber war schon bemerkenswert gut zubereitet.

Als Nachspeise hatten wir einen bunten Nachtischteller mit u.a. Zimtcreme, Pannacottacreme und weiteren leckeren Kleinigkeiten. Und hier will ich mal die Messlatte hoch legen: das war die beste Pannacotta ever! Leicht-luftig fluffig, und ausgewogen im Geschmack auf Bisciutbasis. Ein Traum!

Panacotta und Zimtcreme

Leider war ich am Ende doch so voll, dass ich meinen Nachtischteller nicht geschafft habe. Und das heißt was!

Im Anschluss haben wir eine Führung durch die Räumlichkeiten des Restaurants bekommen. Zuerst ging es nach oben in einen kleineren Raum, den man super als Stammtisch nutzen könnte. Hier ist es „Jagd“-grün bzw sind die Wände grün gestrichen und überall hängen Geweihe. Ein absoluter Hingucker ist die Geweihlampe!

Geweihlampe

Der Fußboden ist noch original erhalten! Heißt er ist mindestens 300Jahre alt. Meine Frage nach dem Hausgeist – oder soll ich sagen Hausgeist-Fasan? – wurde aber leider verneint.

300 Jahre alter Parkettboden

Weiter ging es auf der anderen Seite der Etage. In den Räumlichkeiten steht ein großer alter Kachelofen, der ebenfalls von Fasanen geschmückt ist.

Fasane an einem Kachelofen

 

Das Restaurant besitzt auch eine alte Tenne. Hier in der alten Scheune, die großartig renoviert worden ist, treffen sich modern und alt. Eine gute Mischung, wie wir finden und hervorragend geeignet um Hochzeiten zu feiern.

Moderne Design Lampen

Tenne oder alte Scheune aber renoviert

Wir denken, dass die Fasanerie, die 20 Minuten (per Auto oder Bahn) vom Zentrum Münchens entfernt ist, eine absolute kleine Oase im hektischen „Großstadt“-Getümmel ist (wir sind Dörfler aus Ingolstadt). Ihr könnt wunderschön durch den Park der Nymphenburg schlendern und Euren  Ausflugstag mit einem leckeren Essen im Biergarten oder Restaurant der Fasanerie abschliessen – oder auch dort starten.

Wir kommen auf jeden Fall wieder. Dann aber im Hellen ;-). Und wir werden die Nymphenburg dann auch von der richtigen Seite sehen.