Teil 2 unserer Reise auf Kreta führte uns in den Osten der Insel. Hier gibt es dir großen Ferienanlangen. Und sonst so?

Da Kreta per Mietwagen bequem zu bereisen ist, wollten wir auch den Osten der Insel erkunden. Hauptregion war Elounda. Wir zeigen euch, was es zu entdecken gibt und wie wunderschön die kleinen Geheimtipps fernab der Touristenströme sind (Hatten wir schon erwähnt, dass es zur Hauptsaison unfassbar voll ist?) 🙂

Unser Hotel – das Aquila Elounda Village & Spa Resort (auch bekannt unter dem Namen Sensimar Elounda) nördlich von Agios Nikolaos war unsere Homebase für die zweite Woche. (Ein detaillierter Bericht folgt). Von hier aus erkundeten wir die Region. Am bekanntesten und sozusagen „ums Eck“ ist die Insel Spinalonga, auf der noch bis in die 60er Jahre eine Leprastation war. Wir finden, dass die Insel wirklich interessant ist – denn neben einer sehenswerten Ausstellung zur Geschichte ist die Lepra-Station – eher ein kleiner Ort als nur Klinik – teils schön erhalten. Ich habe sie sogar barfuß erkundet, denn meine FlipFlops haben den Kampf gegen den steinigen Untergrund verloren. Auf die Insel kommt man mit einer der zahlreichen Fähren direkt aus dem nördlichen Elounda. Da es nur eine Hauptstraße gibt, die von Elounda gen Norden führt, kann man sie nicht verpassen. Die Fär(ch)en fahren im halbstündigen Takt und kosten ca. 10Euro pro Person (Stand 2016). Achtung: die Insel ist karg und es gibt kaum Schatten. Cremt euch daher mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ein, setzt besser noch eine Käppi auf oder zieht lange, leichte Kleidung an. Und: Kauft euch vorher Wasser! Außerdem schadet gutes, festes Schuhwerk nicht, denn mann kann auf einige Aussichtspunkte steigen (eher klettern) und alte Ruinen bestaunen. Besonders geeignet finden wir Spinalonga auch für Kinder. Denn wer ein wenig Phantasie hat, der könnte glatt meinen, es handelt sich – nicht nur dem Namen nach – um eine Pirateninsel 😉

 

Zurück in Elounda waren wir hungrig. An der Promenade und den Hauptplatz gibt es zahlreiche Restaurants und Tavernen. Hier kann man tendenziell überall ganz gut essen, aber es ist sehr touristisch (welch Überraschung!)

Vor Elounda liegt die Halbinsel Kalydon. Fährt man mit dem Auto über die kleine Landzunge mit Brücke und parkt bei der Taverne und den alten Windmühlen, so kann man zu Fuß (ca. 5 Min) direkt hinter der Taverne in den Überresten einer ehemaligen Basilika ein altes Mosaik mit Delfinen  finden. Damit Ihr nicht eine halbe Stunde sucht, habe ich Euch einen Screenshot hinzugefügt.

Auf dem Weg dort hin liegt eine nett gelegene Kneipe. Aber: das nächstgelegene ist nicht das Beste! Denn wenn ihr wieder zurück zu den Windmühlen geht, dann nach rechts abbiegt und an der Straße entlang geht, so findet ihr unter Palmen eine typisch kretische Taverne (die auch eine Zimmervermietung hat) namens Elounda Island Villages. Hier gibt es typische kretische Vorspeisen und maximal ein Mittagsgericht – und das kocht die Besitzerin persönlich! Allgemein muss man sagen, dass die Kretische Küche zu keinen Höhenflügen neigt, aber uns hat es zumindest hier sehr gut geschmeckt!

Wer möchte, der kann auf der Insel zu den, na ja sagen wir mal Stränden wandern. Eher sind es kleine Buchten – aber lasst Euch nicht verunsichern! Das Wasser ist wirklich schön und super klar. Auf dem Rückweg dann der Knaller: Wir liefen über die Brücke zurück in Richtung Festland, und bogen – eher aus Scheiß – gleich nach dem Damm links ab. Dort sehr Ihr zu Eurer linken im flachen Wasser alte Ruinen einer damaligen Stadt bzw. eines Hafens. Eine Mauer ragt noch bis ins Wasser hinein. Und hinter dem kargen Hügel befindet sich ein feiner kleiner Strand mit türkisfarbenstem Wasser! Herrlich! Und fast nichts los!

Abends wollten wir dann das volle Paket: Sonnenuntergang und hervorragend Essen. Und das geht! Ihr müsst nur in die urige Taverne „The Hope“ fahren. Diese Taverne ist noch ein Geheimtipp! Hier hat man einen Panoramablick über die Bucht – man sieht Spinalonga, Elounda und fast schon Agios Nikolaos. Daher lohnt es sich doppelt, vor Sonnenuntergang zu kommen. Die Besitzer sprechen ein wenig Deutsch und erzählten uns kurz ihre Geschichte: als junge Männer waren sie Gastarbeiter in der Automobilbranche. Dann hatten sie Heimweh, fuhren zurück und haben eine Taverne eröffnet. Fast schon romantisch!

Diese ist „The Hope“. Hier bekommt man ziemlich leckere griechische Hausmannskost. Probiert unbedingt die gefüllten Weinblätter! Und lasst Euch zum Tages-/ Abendgericht beraten! Das ist geschmacklich auf Sterneküchen-Niveau und somit schwer auf der Touristischen Insel zu finden. Wenn Ihr den Berg zur Taverne herauf fahrt ist Vorsicht und Schritttempo geboten. Denn hier oben kommen die älteren Damen (Giagias = Omas) zum Sunset heraus. Und zwar wortwörtlich „gekrochen“. Und so hatten auch wir plötzlich eine Giagia vorm Auto. In der Zeit, in der Sie die Straße überquerte, hätten wir auch schon eine Vorspeise essen können. Aber hey, take it easy! Wo kann man sowas heute noch erleben!

Den ersten Besuch der Taverne machten wir spontan. Besser ist es aber, einen Platz zu reservieren. Und keine Angst vor dem dicken Hauskater „Argidis“, denn der springt schon Mal gerne von der Taverne aus auf das gegenüberliegende Dach. Das ist bemerkenswert, denn gefühlt ist der Kater auch schon 80. Argidis ist gechillt und sehr zutraulich, und er klaut nichts vom Teller :-).

 

Die nächsten Tage verbrachten wir dann tatsächlich größtenteils im Hotel, Beachfront-Zimmer sei dank. Aber dann bekamen wir wieder einen Rappel und fuhren in den touristisch am wenigsten erschlossenen Südwesten – ans Libysche Meer. Dazu dann im nächsten Teil me(e)hr!