Kreta ist eines der beliebtesten Reiseziele, gerade auch in Deutschland. Besonders in den Sommerferien muss man damit rechnen, dass die Insel sehr, sehr gut besucht ist. Einsame Traumstände? Im Juli und August? Garantiert nicht! Denn es ist Hochsaison. Aber: wir waren darauf gefasst. Wir wollten es wissen. Wie ist es auf Kreta, wenn die Hotels aus allen Nähten platzen? Und wie könnt ihr dennoch einen richtig schönen Urlaub haben?

Wenn ihr was von Kreta sehen wollt, so nehmt einen Mietwagen. Diesen kann man über viele Vergleichsportale im Internet vorab buchen: wichtig hier: eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, gerne auch mit Abdeckung von Schäden an Rädern und Glas, eine Tankregelung, in der man den Wagen vollgetankt übernimmt und so wieder auch abgibt (alles andere ist Roulette, dass fast immer zugunsten der Vermieter ausgeht) und freie km.

Wir fuhren erst in den „Wilden Westen“ Kretas, nach Kolymvari, in das Beachhotel Chryssana .Von hier aus planten wir unsere Routen, denn wir hatten ja auch zwei Wochen Zeit.

Hier seht ihr unsere Routen: Erst Mal einen Blick auf den Westen (linke Seite der Insel), im nächsten Teil dann der (Süd-)Osten.

Ausgangspunkt war also unser recht einfaches, aber süßes Beachhotel Chryssana, welches angenehm ruhig lag. Die Routen haben wir in mehreren Tagesausflügen abgefahren, nur befestigte und sichere Straßen mit einbezogen und so geplant, dass man auch vor Ort schön Zeit hat, die Region zu erleben.

Tagesausflug 1 – Elafonissi

Elafonissi Karibik Kreta Griechenland Pinksands Pinker Sand Türkises Wasser Mittelmeer

Vom Hotel gin es früh morgens nach Elafonissi. Vorab: am schönsten ist es dort, wenn man früh morgens oder abends hinfährt, denn dann ist es noch nicht so voll wie vor- oder nachmittags, wenn die Touristen in unfassbaren Mengen in Bussen angekarrt werden. In Elafonissi findet man den berühmten Rosa-Sandstrand. Aber seid nicht enttäuscht. Man muss schon genau hinschauen. Kleine zerriebene Muscheln sind der Grund für diese Färbung. Es ist also nicht überall knallpink, so wie es die photogeshoppten Bilder zeigen. Aber dennoch: Hier ist es fast wie in der Karibik. Das Meer ist ultra Türkis – unsere Referenz hier ist aber nach wie vor Bora Bora – und es gibt kleine flache Wasseroasen, die perfekt für Kinder zum planschen sind. Aber: im Hochsommer reihen hier sich die Touristen Handtuch an Handtuch, und es gibt eine riesige Beachbar, aus deren Boxen Hiphop dudelt. Wer also Ruhe will, der kommt vor oder nach den Touristen. Oder in der Nebensaison. Nichtsdestotrotz: wir empfehlen einen Tagesausflug nach Elafonissi! Auf dem Rückweg übrigens kommt man durch ein kleines Örtchen, in dem ein ansässiger Künstler Olivenholzprodukte verkauft. Reinschauen lohnt sich hier.

Tagesausflug 2 – Phalassarna

Phalassarna Karibik Kreta Griechenland Pinksands Pinker Sand Türkises Wasser Mittelmeer

Für einen ruhigen Strandtag mit Liege, Wellen und trükisfarbenem Wasser lohnt sich eine Fahrt zum großen und sehr breiten Strand Phallasarna. Hier stimmt fast alles – leider nur nicht die Farbe des Sandes 🙂 Anyway: auch Hier lohnt es sich in der Hauptsaison ebenfalls früh anzureisen, da man ja gerne eine Liege bis zum Nachmittag mieten (ca 7 EUR) möchte. In der benachbarten Taverne gibt es Toiletten, Umkleiden und Duschen. Wer also keinen weißen Puderzuckerstrand möchte: Phalassarna ist nur zu empfehlen!

Tagesausflug 3 – Balos

Balos Karibik Kreta Griechenland Pinksands Pinker Sand Türkises Wasser Mittelmeer

 

Ajajaj, das liebe Balos. Wir wollten das Auto mal stehen lassen und sind bewusst mit der Fähre hingefahren, um auch einen Stopover auf der Pirateninsel Gramvousa zu machen. Eine Anreise per Auto ist auch möglich – und bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Bucht. Die Straße dort hin jedoch ist ziemlich kurvenreich und schlecht ausgebaut, und das letzte, nicht unerhebliche Stück zum Strand müsst ihr eh laufen. Just that you know 🙂

Wenn ihr also auch vorhabt, mit der Fähre anzureisen: sie ist voll, laut und es wir an Bord allerlei Schund angeboten. Leiht Euch keinen (!) Sonnenschirm für die Pirateninsel. Geht lieber klettern / spazieren, nehmt einen Sonnenhut mit, oder macht ein Picknick im Schatten der verlassenen Taverne. Warum keinen Schirm? Das Wasser ist nicht so der Hit, sodass man gar nicht erst am Strand liegen möchte, und ausserdem bläst der Wind garantiert jeden Schirm weg.

Wer etwas Ausdauer und keine Höhenangst hat, kann hier zur alten Ruine hoch auf den Berg. Aber vergesst nicht, plant genug Zeit für den Auf- und Abstieg ein. Ein weiteres Highlight der Insel ist das Schiffswrack! Erfahrene Schwimmer und Schnorchler trauen sich ganz nah an dieses Wrack heran.

Nach der Pirateninsel geht es weiter nach Balos Beach. Dieser, so heißt es, sei der schönste in ganz Griechenland… Wir hatten durch einen großen Zufall richtig Glück, denn wir bekamen gleich eine Liege mit Beachview ergattert. Aber machen wir uns nichts vor: wenn man keine Liege in erster Reihe hat, dann will man nach 30 Minuten wieder weg. Interessant und unangenehm:  an vielen Teilen des Strandes roch es nach Moor. Aber hey, jetzt mal die positiven Seiten! Tatsächlich: Das Meer ist hier so türkis, wie nirgendwo in Griechenland. Nichtsdestotrotz ging aber auch ein starker Wind, der die 36Grad, die wir hatten, gefährlich unfühlbar gemacht hat. Auch hier findet man hinter sich mehrere Lagunen, eine davon mit  pinkfarbenen Sand. Naja, oder zumindest hell rosanen Sand. Dieser Strand ist auf jeden Fall einen (kurzen) Besuch wert. Und auch hier wohl eher in der Nebensaison als zur Hauptsaison.

Tagesausflug 4 – Besuch einer Olivenplantage und der älteste Olivenbaum der Welt

Diesen Tagesausflug kann man sehr gut bei bewölktem Wetter machen. Zuerst ging es zu Biolea, einer kleinen Olivenölmanufaktur. Hier kann man eine Führung bekommen (ohne Anmeldung) und das wirklich leckere Olivenöl zu vernünftigen Preisen kaufen. Danach fuhren wir weiter zu einer kleinen, aber feinen Taverne mit grandioser Aussicht in die Olivenhain-Berge Kretas. Hier sollte man unbedingt traditionelle Vorspeisen bestellen. Danach fuhren wir weiter zum ältesten, über 5000 Jahre alten Olivenbaum Kretas. Hier gibt es noch ein kleines Museum, dass man sich ebenfalls auch anschauen sollte. Auch der Weg dorthin ist schön zu fahren und bietet viele schöne Aussichtspunkte. Wer also mal genug von Sonne, Meer und Strand hat, der hat hier einen schönen, entspannten Kontrast.

Weiter gehts dann bald im dritten Teil – dem (Süd-)Osten rund um Agios Nikolaios.