Madeira – das europäische Hawaii?

Madeira gehört zu Portugal und liegt mitten im Atlantik nördlich von den kanarischen Inseln. Sie ist bekannt für seine Blumen- und Pflanzenvielfalt und für ausgiebige Wanderungen.

Wir haben unser langes Wochenende im November dafür genutzt, ein wenig die Seele baumeln zu lassen und nochmal in die Sonne des Südens zu fliegen.

Schon der Landeanflug auf Madeira ist beeindruckend.

Denn erstmal kommt lange Zeit nichts, nur Meer. Bis dann am Horizont, im Nebel der Salzluft, einige Zacken und Berge auftauchen. Eine Insel! Allerdings eine unbewohnte, rauhe und karge Insel 😉 Wie wir später gelernt haben, sind das die vorgelagerten Wüsteninseln von Madeira. Nach weiteren 20 Minuten sieht man dann endlich eine Insel mit viel grün und einigen Häusern. Und dann eine Landebahn, die direkt am Fuße des Berges liegt und direkt über dem Meer liegt. Ziemlich kurz, dachten wir. Aber die Landung an sich war, im Vergleich zum späteren Start um Heimflug, der schnell und steil war, recht normal.

Schon bei unserer Mietwagenabholung schmeichelte uns der Duft des Meeres und unser auf Herbstgrau geeichtes Auge freute sich über viele bunte Pflanzen, wie Strelizien und Bananenpalmen. Auch auf der Fahrt über „Berg und Tal“ nach Funchal ging es vorbei an zahlreichen Bananenplantagen, die sich teilweise terrassenförmig an die hohen vulkanischen Berge schmiegten.

Beim Hotel haben wir uns für das Porto Bay (Porto Mare) entschieden. Einfach aus dem Grund, da uns die Anlage an sich mit Ihren Bepflanzungen, Pools, vielen kleinen Nischen, der Aus- und Fernsicht und dem Innenpool (falls es doch mal regnet) am Besten gefallen hat. Wir finden, die Wahl war gut. Es ist sicher kein Ritz Carlton oder Shangi-La, und es ist eine ziemlich große Anlage – eigentlich wirklich nicht unser Ding, und außerdem voll gebucht – aber zu unserer Überraschung verteilten sich die Gäste gut. Die Betten waren ein Traum, die Aussicht aus dem Zimmer auch, und das Frühstück unter Palmen wirklich entspannend. Die Auswahl am Buffet war gut, wenn auch verbesserungswürdig (Orangensaft aus dem Automaten?! Come on!) Aber das ist Jammern auch recht hohem Niveau – wenn ihr ein 4* Haus mit gutem Preis-Leistungsverhältnis sucht, seid ihr im Porto Mare richtig.

Wir waren drei volle Tage dort, um die Blumeninsel Madeira zu erkunden. Am ersten Tag sind wir touristisch mit der bekannten Seilbahn zum Monte hinauf. Die Wartezeit betrug ca. 30 Min. Per Seilbahn geht es direkt über die Wohnhäuser, die sich an die steilen Hügel von Funchal schmiegen. Manchmal fährt man so nah vorbei, dass man auch direkt in die Innenhöfe schauen kann. Die Fahrt beträgt ca. 15 Min und man wird mit einem atemberaubenden Blick auf Funchal, den Hafen und das Meer belohnt. Höhenangst sollte man jedoch nicht haben.

Oben angekommen findet man einige Museen (ehemalige Gutshäuser), die berühmten Korbschlitten und deren Fahrer, die Kirche Nossa Senhora und eben den berühmten tropischen Garten Monta Palace Trpoical Garden. Und soviel sei vorab gesagt: Er ist der Hammer! Und völlig zu recht vom Condé Nast Traveller Magazine zu den 13 schönsten dieser Erde gewählt worden. Einfach ein Traum! Zwischen Palmen und vielen anderen tropischen Pflanzen läuft man durch verschieden angelegte Parkbereiche den Berg hinunter.

Mehr möchten wir hier gar nicht verraten und einfach die Bilder sprechen lassen. Ganz unten angekommen, kann man sich mit der Eintrittskarte ein Gläschen Madeira-Wein abholen und kurz pausieren, bevor es wieder den Berg hinauf geht. (So war zumindest unsere Tour). Alles in allem kann man das gemütlich in zwei Stunden machen. Man kann es aber auch noch gemütlicher angehen lassen und locker vier Stunden bleiben.

Oben angekommen haben wir im nächsten Restaurant, dass an ein Gewächshaus erinnert und mit einer schönen Terrasse und selbstgemachte Burgern einlädt, gegessen. Hier gibt es auch einige frischgepresste Säfte. Denn auf Madeira wachsen nicht nur Bananen. Nein, es gibt auch Avocados, Mangos, Ananas und Papayas, und alle möglichen Kreuzungen dazwischen, wie z.B. eine Maracuja-Tomate.

Vom Monte fuhren wir mit einer anderen Seilbahn zum Botanischen Garten. Die Tickets haben wir unten an der Seilbahnstation in Funchal gekauft. Die zweite Seilbahn war etwas verlassener und auch die Kabine hatten wir für uns. Hier ist die Landschaft karger, und auch die Felsen sind ganz schön zerklüftet. Ich habe keine Höhenangst, aber zurück wollte ich dann doch partout nicht mehr fahren. Leider aber konnte uns der botanische Garten, nach dem Tropischen Garten, einfach nicht mehr überzeugen. Zu künstlich, zu gewollt und zu lieblos fanden wir ihn. Einziges lustiges Highlight war das Haupthaus, in der wirklich alte Exponate von ausgestopften Haien, Seerobben, Fischen und einer wirklich alten und lustig grinsenden Katze ausgestellt waren. Es roch nach Jahrhunderten…

Es lohnt sich also nicht zwingend eine Kombikarte zu Kaufen!

Den Botanischen Garten verließen wir am Südausgang durch ein Drehtor und liefen geradeaus, den steilen Berg hinunter. Eigentlich ist es ein schöner Gang hinunter. Denn man sieht, wie die Madeirer wirklich leben, wie sich die bunten Häuschen an den Berg schmiegen und wie sie sich Ihre Gärten angelegt haben. Es ist zwar auch bergab ein bisschen anstrengend, aber wir möchten diesen Spaziergang ausdrücklich empfehlen!

Am zweiten Tag haben wir per Auto die Insel umrundet.

Grob kann man sagen: Die Madeierer lieben Tunnel, und wenn es keine Tunnel gibt, kurvige Straßen. Und sie lieben Smarts. Selten haben wir so viele auf einem Haufen gesehen. Grad die kurvigen Straßen sollte man in der Routenplanung berücksichtigen – 20km dauern locker gerne mal doppelt so lange wie gewohnt.

Madeira ist auch aus einem anderen Grund eine faszinierende Insel: die Menschen leben so nah am Meer – und doch so fern und eigentlich eher dem Berg zugewandt. Denn direkten Meerzugang gibt es sehr selten.

Im Süden gibt es viele Bananenplantagen und grundsätzlich wagen wir zu sagen: hier scheint zumeist die Sonne 🙂
Im Westen erlebt man die meiste Flora-Vielfalt. Und der Norden ist noch steiler, grüner und besitzt einige Wasserfälle. Hier erinnert die Landschaft tatsächlich an Hawaii (auch wenn ehrlich gesagt Hawaii „a class of its own“ ist, Reisebericht kommt!). Im Norden findet man auch den schönsten Bade-Spot: Porto Moniz.

Denn hier gibt es ein Naturbad zwischen Vulkangestein und mit salzigem, warmen Atlantikwasser. Aber Achtung: es gibt zwei Meerwasser-Poolanlagen – die mit den betonierten Liegeflächen kostet Eintritt und ist definitiv weniger schön als die „for free“ Vulkan-Variante rechts nebenan.

Ein gelungener Abschluss ist die Teatime im Reids Palace. Zwar kostet das Glas Champagner 20Euro, aber auch die Aussicht und die Scones und Toasts (p.P.35Euro).

Und wer ganz lieb fragt, darf auch mal in die Gartenanlage des Hotels 😉

Uns hat die Insel sehr gut gefallen und wir kommen definitiv wieder. Allerdings dann gerne zwei Tage länger: Einen zum Wandern und den Anderen zum abchillen am Pool.

 

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