South African Airways anstatt Lufthansa – und das auch noch über London Heathrow (LHR)! 

Wenn man so wie wir meistens ab München fliegt, dann liegt ja ein Direktflug eigentlich nahe. Allerdings gibt es gute Gründe, erst Mal in die falsche Richtung zu fliegen, um dann auf der südliche Hemisphäre in einem der schönsten Länder der Welt zu landen!

Also erstmal: ich mag die Lufthansa Business Class grundsätzlich, auch wenn sie im Fußbereich beim liegen etwas eng ist (besonders in der V-Konfiguration). Aber ich weiß eben genau, was mich erwartet. Routine ist schön, neues Ausprobieren aber besser 🙂 Daher buche ich, wenn es irgendwie möglich ist oder Sinn macht, gern die Airline(s) des zu besuchenden Landes. So also z.B. mit Air Canada nach Kanada, nach Korea mit Asiana oder KoreanAir, in die USA mit United, nach Bangkok mit Thai usw. Ich finde es einfach schön, mich schon im Flugzeug wenigstens ein bisschen auf das Land einzustimmen.

Nun bietet SAA (South African Airways) ab Frankfurt und München Direktflüge nach Johannesburg an, saisonal auch nach Kapstadt. Leider jedoch – und immer noch viel zu oft, und noch öfters ungeplant spontan 😉 fliegen die zwar wunderschönen, aber uralten Möhren A340-300/600 auf diesen Strecken. Die haben zwar auch eine Full-Flat Business in 2-2-2 Konfiguration, aber sie sagen mir in dem dunklen Blau designmäßig einfach nicht zu (siehe Bild ganz unten von einem früheren Flug). Außerdem finde ich die Sitze durchgesessen und das Gesamtambiente einfach nicht Premium genug. Zwar fliegen laut Flugplan inzwischen auch die A330-200 ab Frankfurt und sogar die brandneuen A330-300 ab München – aber vor einem spontanen Equimpment Change ist man nie sicher. Daher lohnt sich einer der beiden Abendflüge (19 und 21 Uhr) ex London, da dort die 332 sicher zum Einsatz kommt (sorry, das Bild ist unscharf…).

Daher – und weil der Flug etwas länger dauert, was die Schlafenszeit maximiert, uuuuund ich zudem den A330 mag, uuuuuuuund der Flug zum Zeitpunkt der Buchung einfach billiger war als der Direktflug – wählten wir den Umweg über London. Außerdem sind in diesen Flugzeugen die „neueren“ Premium-Class-Sitze verbaut: in einem sehr schönen warmen Farbschema und hochglanz-weißen Sitzschalen. Des Weiteren sind es nur 36 Sitze, verteilt auf zwei kleine Kabinen á 3 Reihen, was das Flugerlebnis erheblich privater und vor allem ruhiger werden lässt. Wir hatten wie so oft die Sitze 2AK.

Entgegen einiger Berichte sind die Sitze im A330-300 auch Full Flat, und wir haben bestens geschlafen (siehe ganz unten). Es gibt viele Verstellmöglichkeiten, ausreichend Ablagen (ein Schuhfach z.B.), eine Massagefunktion und dimmbare Leselampen. Es ist einer der wenigen Sitze, in denen man bequem sitzen UND schlafen kann. Die Tische sind ausreichend groß und stabil. Leider gibt es keine wirklichen Trennwände. Wenn man so wie wir zu zweit reist, ist das kein größeres Problem. Wenn man aber einen fremden Sitznachbarn hat, dann kann das schon unromantisch werden 🙂 Kissen waren ok, Decken viel zu dünn. Das wiederum wurde aber durch eine erhöhte Kabinentemperatur ausgeglichen… Puh. Die Amenity Kits … Standard: Socken, Schlafbrille, Cremes usw. Dafür gab es aber Aigner-Produkte in der Bordtoilette.

Wir ihr seht, haben wir auch erst einmal etwas Unordnung geschaffen 🙂 Aber hey: es war der perfekte Auftakt in einen absolut traumhaften Urlaub!

Das In-Flight-Entertainmet ist meiner Meinung nach gut, auch wenn die Screens inzwischen echt nicht mehr dem Branchen-Standard entsprechen (auszuklappen, vernünftige Auflösung, ordentliche Auswahl an internationalen Blockbustern, Standard-Airshow, keine Kamera-views). Da wir aber, wie schon hier geschrieben, eh unsere iPads nehmen, fließt das nicht dramatisch in die Gesamtwertung ein.

Nachdem wir also überaus freundlich empfangen wurden, unseren Pre-Departure Champagner bekamen und uns so schön einlullten, kamen schon die heißen Tücher und die Frage nach dem Essen. Hier sei erst einmal anzumerken, dass vegetarisches Essen explizit gekennzeichnet ist – ein feiner Zug! Wir wollten aber mal die ganze Palette durchprobieren – und es hat sich gelohnt! Unten ein Bild von der Vorspeise – der Salat mit grünem Spargel und Parmesan war der Hammer! Auch das Rinderfilet mit Feige auf  Mango hatte einen herrlich exotischen Touch und war extrem gut. Um das Ganze noch zu verschönern, hatten die wieder mal extrem netten Flight Attendants den genau passenden – und natürlich südafrikanischen – Rotwein empfohlen. Leider weiß ich nicht mehr, wie er heißt.

Es folgte eine zweite Runde Starter:

Es folgte eine „Soup Of The Day“ – bei Nachfrage war es eine Art Kartoffel-Honey-Zwiebel-Creamcheese-Suppe. Klingt komisch, war aber auch wirklich sensationell gut.

Als Hauptgang gab es Lachs – und was sollen wir sagen, auch dieser war absolut hervorragend – zart, die Haut kross, schön saftig – und auch ansehnlich präsentiert! Hut ab – denn auch ein Flieger hat nur eine Garküche an Bord. Zusammen mit Austrian Airlines, Turkish und Air New Zealand liegt das Essen auf wirklichem Top-Niveau!

 

Wir waren also nicht nur satt, sondern hatten auch sehr gesund und in Summe leicht gegessen. Zusammen mit dem Rotwein und der perfekten Abflugzeit (19 Uhr), einem vorher problemlosen Umstieg in Heathrow (inzwischen besser als sein Ruf) und einem schönen Film haben wir dann von ca 22:30 Uhr bis fast bis zum Touchdown in JNB durchgeschlafen und kamen vollkommen ausgeruht an – und waren fit für die mehrstündige, landschaftlich großartige Fahrt zum Sabi Sands Game Reserve (ok, wir wurden abgeholt, aber dennoch konnten wir so alle einprasselnden Eindrücke voll aufsaugen).

 

FAZIT:

Vielleicht lag es daran, dass wir nach einer anstrengenden Woche (freitags nach der Arbeit) in ein absolutes Traumland flogen. Vielleicht hat uns dieses Wissen auch den Flug etwas „verklärt“ wahrnehmen lassen. Aber schöne Hardware, super nette Flight Attendants und tolles Essen, sowie ein fast schon unverschämt guter Schlaf (trotz hoher Kabinentemperatur) lassen ihn als einen der besten Business-Class-Flüge, den wir hatten, in Erinnerung behalten. Wer Wert auf neueres Entertainment und mehr Privatsphäre legt, der muss auf die SAA A333 hoffen, oder LH bzw. BA nehmen.

Ach ja, wie versprochen: das Bild aus dem A340-600 eines älteren Fluges. Wie ich finde, eine sehr kreative Art, sich Privatsphäre zu schaffen 😉